Ist private Altersvorsorge steuerlich absetzbar?

Ist private Altersvorsorge steuerlich absetzbar?
Private Altersvorsorge steuerlich absetzen

Bestimmte Vorsorgemöglichkeiten der privaten Altersvorsorge sind steuerlich absetzbar. Für immer mehr Menschen bietet die gesetzliche Rente keine ausreichende Versorgung um auch im Alter den gewohnten Standard weiterleben zu können. Um für die Rente vorzusorgen, hat der Staat vor einigen Jahren im Rahmen einer Rentenreform seine Bürger angehalten, mehr in die private Altersvorsorge zu investieren. Im Gegenzug hat der Gesetzgeber auch finanzielle Anreize geschaffen, die die einen Anreiz für die private Altersvorsorge und dem Steuerzahler attraktiver machen sollen. Darüber hinaus wurden Möglichkeiten geschaffen, durch die Teile der Altersvorsorge steuerlich absetzbar sind.

Was gehört zu den Vorsorgeaufwendungen?

Wenn der steuerliche Aspekt betrachtet wird, gehören nicht nur die monatlichen Beiträge für die private Altersvorsorge zu den Vorsorgeaufwendungen. Zu den Altersvorsorgeaufwendungen gehören auch die Sozialversicherungsbeiträge wie zum Beispiel die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung, Berufsunfähigkeits-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen oder Lebensversicherungen mit Abschlussdatum vor 2005, sowie private Kranken- und Pflegeversicherungen zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen, die steuerlich absetzbar sind. 

Welche Altersvorsorge kann ich steuerlich geltend machen?

Der Gesetzgeber hat bei den Vorsorgeaufwendungen für die private Altersvorsorge verschiedene Möglichkeiten aufgesetzt die eine steuerliche Geltendmachung erlauben. 

  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Riester Rente
  • Rürup Rente

Daneben gehören zu der steuerlichen Geltendmachung der Altersvorsorge zum Beispiel die landwirtschaftliche Alterskasse oder auch die berufsständischen Versorgungswerke, wie für angestellte und selbstständige Angehörige bestimmter Freier Berufe bestehen. So können zum beispielsweise Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Architekten sowie Ingenieure, Steuerberater und Rechtsanwälte in eigene Vorsorgungswerke einbezahlen. Steuerpflichtige können abzugsfähige Vorsorgeaufwendungen in ihrer Steuererklärung beilegen und geltend machen. Unter dem Strich verringert sich der Gewinn und damit die Steuerlast. Aus diesem Grund ist es für jeden Steuerzahler wichtig zu wissen, welche Rentenversicherung steuerlich absetzbar ist und wie die Beiträge in der Steuererklärung anzugeben sind.


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Rürup Rente kann steuerlich angesetzt werden bei der Altersvorsorge

Die Rürup Rente ist auch unter der "Basis-Rente" bekannt. Sie wurde als Alternative Altersvorsorge zur Riester Rente geschaffen. Mit der Rürup Rente erhielten auch Selbstständige und Freiberufler die Möglichkeit, ihre private Altersvorsorge steuerlich abzusetzen, und somit von einer staatlichen Förderung zu profitieren. Die Rürup Rente ist ein Vorsorgevertrag, der Auszahlungsleistungen garantiert und zudem eine Beteiligung an Überschüssen aus der Anlageform gewährt. So erhält der Versicherte eine lebenslange monatliche Rente. Der Staat fördert die Rürup Rente ausschließlich dadurch, dass die Rentenbeiträge steuerlich absetzbar sind. 

Riester Rente steuerlich absetzen

Mit der Riester Rente hat der Staat ein Altersvorsorge erschaffen, mit dem Angestellte nicht nur durch ihre Altersvorsorge Steuer sparen können. Der Staat bietet für die Riester Rente neben den Steuervorteilen auch Förderungen. Neben der Grundzulage (persönliche Förderung) in Höhe von 175 € jährlich fördert der Staat auch jedes Kind das vor 2008 geboren ist mit 185 € und jedes weitere Kind nach 2008 mit 300 € Förderung. Einen Berufseinsteigerbonus (max. vor dem 25. Lebensjahr) in Höhe von 200 € gibt es auch dazu.

Riester Rente in der Steuererklärung angeben.

Bei ihrer Steuererklärung können Steuerpflichtige ihre Beiträge für die Riester Rente in der Anlage AV angeben und auf diese Weise in einer Höhe von bis zu 2.100 € pro Jahr geltend machen. Für Verheiratete mit gemeinsamer steuerlicher Veranlagung gilt der Höchstbetrag von 4.100 Euro, um die Rentenversicherung steuerlich absetzen zu können. Die Differenz aus den Zulagen und dem Steuervorteil wird dem Steuerzahler als Steuererstattung ausbezahlt. Bei der Auszahlung der Rente unterliegt die Riester Rente jedoch der regulären Steuer.

Kann man die private Rentenversicherung steuerlich absetzen?

Die private Rentenversicherung ist auch steuerlich absetzbar. Denn die Beiträge, die für den Abschluss einer privaten Altersvorsorge geleistet werden, können grundsätzlich steuerlich geltend gemacht werden. Hierbei muss allerdings grundlegend zwischen Verträgen, die vor 2005 und Verträgen, die nach dem Stichtag 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, unterschieden werden.

 

Verträge vor 2005 – Rentenversicherung Altersvorsorge steuerlich absetzbar:

  • Mit alten Rentenversicherungsverträgen, deren Versicherungslaufzeit vor dem Stichtag 1. Januar 2005 bereits bestanden hat, ist die Altersvorsorge steuerlich absetzbar. Eine private Rentenversicherung kann hier als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden. Auch die Leistungen sind unter bestimmten Bedingungen steuerfrei. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist eine Laufzeit des Vertrages von mindestens zwölf Jahren bei gleichzeitiger Beitragszahlung von mindestens fünf Jahren. Auch einen Mindesttodesfallschutz von 60 Prozent muss die Versicherung bieten, damit die zukünftige Steuerbefreiung greift. Bei fondsgebundenen Versicherungen werden die Erträge besteuert, die über die Summe der Beitragszahlungen hinausgehen. Die steuerliche Behandlung von Vorsorgeaufwendungen aus entsprechenden Verträgen vor 2005 gelten sowohl für private Rentenversicherungen als auch für Lebensversicherungen. 

Neue Regelungen für Verträge nach 2005 – Rürup im Detail

  • Die private Altersvorsorge ist für Verträge, die mit dem 1. Januar 2005 beginnen nur noch dann steuerlich absetzbar, wenn diese nach den neuen gesetzlichen Vorgaben der Rürup Rente ausgestaltet sind. Demzufolge muss der  Versicherungsvertrag die Auszahlung einer monatlichen Rente vorsehen. Die Auszahlung beginnt erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres. Darüber hinaus können Auszahlungsansprüche nicht vererbt werden. Zudem können die Ansprüche auch nicht übertragen, beliehen oder veräußert werden. Nur wenn die neuen Verträge, die nach Jahresbeginn 2005 in Kraft treten, alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, können die Beiträge als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung angegeben und steuerlich geltend gemacht werden.