Altersvorsorge für Selbstständige - So regeln Selbstständige die Rente

Altersvorsorge für Selbstständige Personen
Altersvorsorge für Selbstständige

Die Altersvorsorge ist auch etwas für Selbst­ständige. Und gerade diese Personen sollten sich eine lebens­lange Versorgung aufzubauen. Im nachfolgenden Artikel Alters­vorsorge für Selbstständige nennen wir Möglichkeiten wie sich Selbstständige eine private Vorsorge aufbauen können. Alle Selbstständigen Arbeitsgruppen müssen sich um die private Vorsorge kümmern: Ob Malermeister mit großem Betrieb oder selbst­ständiger Dachdeckerbtrieb, Yoga­lehrer oder Fitness­trainer gehören dazu, wenn diese nicht fest angestellt sind. Eine Option für viele: die freiwil­lige Vorsorge über die gesetzliche Rente. Für einige – kraft Gesetz pflicht­versicherte – Selbst­ständige ist das sogar ein Muss.

Wie als Selbstständiger vorsorgen?

Selbstständige sind nicht Pflichtmitglieder in der gesetzlichen Rentenversicherung. Daher müssen Sie sich selbst um ihre Vorsorge kümmern und hier taucht dann oftmals die Frage auf wie als Selbstständiger vorsorgen? Obwohl Selbstständige mehrere Möglichkeiten nutzen könnten, für ihr Alter vorzusorgen, ist die Anbieterauswahl groß. Daher zeigen wir nachfolgend verschiedene Vorsorgemöglichkeiten auf wie sich Selbstständige Personen eine Vorsorge aufbauen können. Sowohl die gesetzliche Rentenversicherung als auch die Rürup-Rente werden staatlich gefördert, private Rentenversicherungen hingegen nicht. Bevor eine mögliche staatliche Altersvorsorge-Pflicht für Selbstständige und Freiberufler in Kraft tritt, sollten Betroffene unbedingt die zahlreichen privaten Vorsorgemöglichkeiten nutzen. Positiv dabei: Oft hilft die Staatskasse mit, indem auf staatliche Beträge bei den Steuern verzichtet wird. Viele Selbstständige sind vorgeschrieben rentenversichert, etwa im Rahmen eines berufsständischen Versorgungswerks. Das gilt etwa für Ärzte, Apotheker, Architekten, Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Tierärzte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, Zahnärzte, Ingenieure sowie Psychotherapeuten. Für diese Selbstständigen Personen ist die Altersvorsorge zwar unabhängig von der staatlichen Rentenversicherung organisiert, sie nutzen aber vergleichbare private Einrichtungen. Dieser Personenkreis muss allenfalls ergänzend selbst vorsorgen.

 

Verschiedene Möglichkeiten der Altersvorsorge

  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Rürup-Rente
  • Private Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung

Sie haben als freiwillig Versicherter die Möglichkeit, die Höhe und Anzahl der Versicherungsbeiträge pro Jahr selbst bestimmen. Somit können Sie Ihre Ausgaben an Ihre Einnahmen anpassen und geraten auch wie in der Corona Zeit 2020 nicht sofort in finanzielle Schwierigkeiten. Wichtig: Sie sind bei der Wahl der Beitragshöhe insofern eingeschränkt, dass die Deutsche Rentenversicherung gemäß des aktuellen Beitragssatzes von 18,6 Prozent (Stand Januar 2019) folgenden Mindest- sowie einen Höchstbeitrag festgelegt. 

  • Mindestbeitrag: 83,70 € pro Monat
  • Höchstbeitrag: 1.246,20 € pro Monat

Es steht Ihnen hier frei die Beitragszahlungen aussetzen. Hier ist jedoch zu beachten, dass eine Absicherung wegen Erwerbsminderung vor Eintritt der regulären Rente nur dann gewährleistet ist, wenn Sie lückenlos einbezahlt haben.

Als gesetzlich Rentenversicherter erhalten Sie eine Erwerbsminderungsrente, sollten Sie nur noch eingeschränkt berufsfähig sein. Damit Sie einen Anspruch darauf haben, müssen Sie zwei Bedingungen erfüllen: Zum einen müssen Sie innerhalb der ersten fünf Jahre Ihrer Selbstständigkeit einen Antrag auf Pflichtversicherung stellen. Zum anderen müssen Sie mindestens fünf Jahre einbezahlt haben.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die gesetzliche Rente – zumindest aktuell – noch garantiert ist, da sie nicht vom Kapitalmarkt und der aktuellen sinkenden Zinsentwicklung abhängig ist. Zudem können Sie die Beiträge steuerlich absetzen.

Sollten Sie versterben, erhält Ihr Ehepartner eine Hinterbliebenenrente. 

 

Nachteile der gesetzlichen Rentenversicherung

Die Entwicklung der Rentenhöhe ist stark von der demografischen Entwicklung der Bevölkerung abhängig. Das bedeutet: Zwar garantiert die gesetzliche Rentenversicherung die Anpassung der Rentenhöhe an steigende Löhne. Aber aufgrund der alternden Gesellschaft müssen auch immer mehr Renten ausbezahlt werden. Das führt dazu, dass das Rentenniveau weniger stark ansteigt. 

Des Weiteren muss die Rente komplett versteuert werden. Außerdem fallen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung an.

Für den einen ein Vorteil, kann für den anderen ein Nachteil sein: Die gesetzliche Rentenversicherung leistet erst ab Renteneintrittsalter. Sollten Sie also einmal in Geldnot geraten, können Sie sich das angesparte Geld nicht vorab auszahlen lassen.

Das angesparte Geld kann auch mit Eintritt ins Rentenalter nicht auf einmal ausbezahlt werden.


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Rürup Rente als Altersvorsorge für Selbstständige

Die Rürup-Rente wird auch Basisrente genannt und ist ein Vorsorgeprodukt, das staatlich gefördert wird und bietet sich vor allem für  Selbstständige an, die sich nicht gesetzlich rentenversichern möchten und sehr gut verdienen.

Bei der Rürup-Rente können Sie zwischen verschiedenen Varianten wählen:

 

1.Rürup-Rente

Der Versicherer garantiert bei dieser Art von Rentenversicherung von Anfang an die spätere Rente. Geeignet ist diese Form der Basisrente vor allem für die Selbstständige Altersvorsorge wenn Ihnen Sicherheit wichtig ist. 

 

2. Die fondsgebundene Rürup-Rente

Für Selbstständige Personen die risikofreudiger sind, können Sie auch in eine fondsgebundene Rürup-Rente sparen. Die Altersvorsorge erfolgt hier in Investmentfonds. Hierbei ist zu beachten, dass keine Garantie für eine bestimmte Rentenhöhe gegeben werden kann.

 

3.Die Rürup-Rente als Sofortrente

Bei der Basisrente als Sofortrente wird einmalig ein hoher Betrag eingezahlt. Daraus wird dann sofort eine lebenslange Rente ausgezahlt. Diese Form der Rürup-Rente eignet sich also vor allem dann, wenn Sie schon kurz vor Ihrer Rente stehen.

Private Rentenversicherung als Altersvorsorge für Selbstständige

Immer mehr Selbstständige Personen nehmen die private Rentenversicherung als Altersvorsorge her. Durch die Besparung einer fest vereinbarten monatlichen Rate wie z.B. 100 € bauen Sie Kapital auf, das zu einem bestimmten Prozentsatz verzinst wird. Sie können sich nach Ablauf des Vertrags das angesparte Geld flexibel auszahlen lassen. Hierzu stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • als Einmalzahlung oder als fortlaufende Rentenzahlungen. 

Auch bestimmte Lebensversicherungen zählen zu den privaten Rentenversicherungen, wie etwa die Kapitallebensversicherung und die fondsgebundene Lebensversicherung. Der Unterschied der Versicherungsarten liegt einzig in der Art und Weise, wie Ihr Geld angelegt wird. Bei der klassischen Kapitalversicherung wird Ihr Geld sicher angelegt. Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung investieren Sie in Aktienfonds, die durch Kursschwankungen beeinflusst werden. Sie können mitunter eine höhere Rendite erzielen, andererseits aber auch finanzielle Verluste erleiden.

 

Lohnt sich eine private Rentenversicherung für Selbstständige?

Der große Vorteil der privaten Rentenversicherung für Selbstständige liegt in der flexiblen Auszahlung. Sie können selbst und nach persönlichem Bedarf bestimmen, ob Sie Ihr Geld als einmaligen Betrag oder in einer monatlichen Rente bis an Ihr Lebensende ausbezahlt haben möchten. In der Regel ist eine Mindestrente garantiert – dies ist vertraglich mittels Garantiezins festgelegt. Sie erhalten eine Überschussbeteiligung am Gewinn des Versicherers. Sie müssen Ihre Rente nicht voll versteuern. Nur der Anteil der Rentenzahlungen wird versteuert, der durch die Verzinsung zustande gekommen ist. Der persönliche Steuersatz hängt dabei von Ihrem Renteneintrittsalter ab. Dieser beträgt z. B. bei einem 60-jährigen bei aktuell 22 Prozent, bei einem  67-jährigen bei 17 Prozent (§ 22 EStG Stand Februar 2019).

 

Private Altersvorsorge für Selbstständige: Auf die Konditionen achten

Neben der gesetzlichen Versicherung und der Rürup-Basisrente können Selbstständige auch mit rein privaten Vorsorgeplänen für das Alter vorsorgen. Bei der privaten Vorsorge müssen Selbstständige darauf achten, dass die Vorsorgepläne insolvenz- und pfändungssicher sind und eine Rente über der Grundsicherung ermöglichen. Steuerliche Vorteile können während der Ansparphase nicht geltend gemacht werden. Die Rente wird jedoch während der Auszahlungsphase geringer versteuert. Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest kann die private Vorsorge, was das Leistungspaket als auch die Rendite betrifft, nicht mit der gesetzlichen Altersvorsorge oder der Rürup-Basisrente mithalten. Versicherte, die in eine Notlage geraten, können sich den Rückkaufswert ihrer privaten Altersvorsorge auch während der Laufzeit auszahlen lassen. Das soll aber gut überlegt sein. Die vorzeitige Rückzahlung lassen sich die Versicherungen teuer bezahlen. Vor allem in den ersten Jahren geht dies mit erheblichen Verlusten einher.